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Guido, Knecht Jesu
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ESLH
Equestris Sancti Lazari Hierosolymitani - ESLH
(Ritter des Heiligen Lazarus von Jerusalem)

Die ESLH sind eine Gemeinschaft von Gläubigen im Sinnes des Kirchenrechtes, von Priestern und Professen, erlaubt durch das Zweite Vatikanum.
FESLH
Familiaris Equestris Sancti Lazari Hierosolymitani – FESLH
(Familiaris der Ritter des Heiligen Lazarus von Jerusalem)

Die FESLH sind eine Gemeinschaft von Gläubigen im Sinnes des Kirchenrechtes, von Priestern und Laien, erlaubt durch das Zweite Vatikanum.

Wer das Zweite Vatikanum leugnet, der leugnet das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche, wie es bereits im Apostelkonzil festgehalten wurde.


Initiator
Der Initiator ist ein lebens- und kirchenerfahrener Geistlicher, der zeitlebens im Dienste der Kirche und im Einsatz für Verstossene tätig war und ist. So arbeitet er unermüdlich für die heilige Mutter Kirche.
Werke des Gründers
In seiner ersten Gemeinde als Pfarrer konnte er den Kirchenbesuch innert 3 Jahren von 2% auf 20% steigern. Wissenschaftlich betätigte er sich im den Bereichen Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsethik. Diese Forschung schloss er mir einem Doktorat in Indien im Subject Agricultur in "ethics in forestry" ab. In einer schweizer Kantonshauptstadt und im Landbereich eines anderen Kantones organisierte er den sakramentalen Bereitschaftsdienst von Priestern in den öffentlichen Spitälern. In Südindien begründete er ein "Center of Excellence" (Berufsschule) nach dem "Dualen Berufsbildungssystem" für Elektriker und Schhweisser. Dies ist ein sogar in Regierungskreisen honorierter Erfolg.

Die Erlebnisse der Jahre bewogen ihn nun sein reichhaltiges Wissen und seine spirituellen Erfahrungen allen Menschen guten Willens zur Verfügung zu stellen und Priesterkollegen, die ähnliche Werdegänge haben, in der Treue zur Kirche zu sammeln. Die Gründung der ESLH/FESLH fusst als Folge aus verschiedenen Dokumenten der Kurie und weiterer Beteiligter.
Kellion
Zurzeit wird unter Gottes Fügung die Einrichtung und der Bezug des Kellions vorbereitet.

Sobald es bezogen ist, gibt es hier mehr Informationen.
ESLH bzw. FESLH kann jede Person unter Anleitung eines Altknechtes der ESLH werden.
Gegenwärtig finden Sie lediglich hier Kontakt zu den ESLH / FESLH.
Heilige Regel der ESLH / FESLH - Version 1.0.2.
Vorwort und Einleitung
 
1           Lange suchten wir nach einer guten Regel. Schliesslich erfanden wir die Heilige Regel des Heiligen Augustinus von Hippo als die beste Grundlage. Sie arbeitet wenig mit Bestrafung, was nur Angst vor Gott bewirkt, sondern viel mehr mit Ermunterung. Das birgt zwar in sich die Gefahr von Nachlässigkeit, doch der Ritter & die Dame sollen in der Liebe zu Gott gehalten werden und nicht in steter Angst. Der Heilige Augustinus von Hippo, Geboren: 13. November 354 n. Chr. in Thagaste; Verstorben: 28. August 430 n. Chr. in Hippo Regius, Annaba, Algerien. Sein Vollständiger Name lautet: Aurelius Augustinus Hipponensis.
 
2           Die ESLH gliedern sich in die üblichen ritterlichen Strukturen, sind aber Geistlich. Die FESLH sind als Familiaris gleich einem sogenannten "Dritten Orden".
 
3           Diese Regel wird aus der Praxis durch den Initiator noch Ergänzung und Korrekturen finden, wie dies notwendig ist.
 
4           Kunstregeln aus einem Guss, wie die des "Magisters", sind meist wenig hilfreich.
 
5           Jede Regel hat in sich die Problematik, dass sie Kleinlichkeiten und Streitereien über die Auslegung inkludiert. Daher ist der beste Regelkommentar dieser ESLH/FESLH-Regel grundsätzlich der Erste, Zweite & Dritte Johannesbrief und die Seligpreisungen Jesu in der Bergpredigt.
 
6           Die Johannesbriefe der Bibel schildern wie kein anderes Dokument, wie christliches Leben auszusehen hat.
 
7           Die Ritter und Damen bekennen sich zu Jesus Christus, zu seiner Katholischen Kirche, seinem Papst, dem rechtmässigen Nachfolger Petri, der die sieben Sakramente verteidigt, insbesondere das der heiligen Eucharistie.
 
o   Das sind die sieben Sakramente: 'Taufe, Firmung (Empfang des Heiligen Geistes), Busse (Beichte), Eucharistie (Kommunion), Krankensalbung, Ehe und Priesterweihe.' Alle diese Sakramente gruppieren sich um das grosse zentrale Sakrament, die Eucharistie. Es ist das vierte. Davor sind drei und danach sind drei.
 
o   Was ist überhaupt ein Sakrament? Das Wort Sakrament kommt aus dem Lateinischen und bedeutet 'Fahneneid', heilige Handlung. Es sind heilige Handlungen, die Christus selber eingesetzt hat, aber nichts mit Magie zu tun haben, sondern mit Bekenntnis. Sie verbürgen das verheissene Heil im gläubigen Vollzug der sichtbaren Handlung vom Spender zum Empfänger.
 
o   Die Taufe ist das grundlegende Sakrament, durch das der gläubig gewordene der Erbsünde entrissen und in die Christusgemeinschaft eingegliedert wird.
 
o   Die Firmung ist die Vollendung der Taufe in der Gabe des Heiligen Geistes und die engere Verbindung des Gläubigen mit dem mystischen Leib Christi, der Kirche [Gemeinde].
 
o   Die Beichte ist die Feier der Versöhnung eines Sünders mit Gott, der Kirche und sich selbst, indem der Priester in der Vollmacht und Vertretung Christi die Sünden nachlässt.
 
o   Die Eucharistie ist das von Christus gestiftete Mahl, das den Opfertod Jesu am Kreuz verkörpert und in dem Jesus in der Gestalt von Brot und Wein leibhaft gegenwärtig ist. Jesus wird nicht immer neue geopfert in der Heiligen Messe, sondern es ist die, wie in einer Zeitkapsel, stetige Vergegenwärtigung des Geschehens auf Golgota. Dies ist die mächtigste Waffe gegen Satan, denn bei jeder Eucharistie muss er sein Scheitern im Geschehen von damals betrachten und sich vor Augen halten, dass er, was auch immer er unternimmt, den Kampf mit Gott verloren hat. Er kann Massen von einzelnen Seelen zu Fall bringen, doch nicht Gott, der ihn gerade durch sein Menschsein bezwang. Es ist das schmerzliche Bild für Satan, dass er in Christus nichts von seinen eigenen Werken findet. Sein Stolz blendet ihn derart, dass er es trotz dieses immer wieder vor Augen geführt bekommen, nicht schaffen wird, einzusehen, dass er, trotz allem Schaden, den er anrichtet, endgültig verloren hat. Die Eucharistie wird von jedem zum Priester geweihten, durch die Sukzession der Apostel, immer gültig gefeiert, egal ob er selber noch daran glaubt oder nicht, solange er es in der Intention der Kirche vollzieht. Die Priesterweihe ist deshalb eines der grössten Geschenke an die Menschheit. Jeder, der einer Heiligen Messe beiwohnt, muss sich nicht erst mit der Frage beschäftigen, ob der Priester auch rechtgläubig ist oder genug konzentriert ist. Er kann sich sicher sein, dass durch seine Weihe die Eucharistie und die anderen Sakramente immer gültig für ihn sind. Selbst wenn ein Priester Götzendiener würde, wären die Sakramente immer noch gültig, solange er sie im Sinne der Kirche vollziehen will.
 
o   Die Krankensalbung soll den Kranken mit Christus verbinden und die heilende Wirkung des geweihten Öles soll den Kranken vor allem an der Seele, aber auch am Körper stärken.
 
o   Die Ehe ist eine lebenslängliche treue Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau, die besonders teilhat an der Schöpferkraft Gottes durch die Zeugung von Kindern.
 
o   Bei der Weihe, Diakon, Priester und Bischof wird durch Handauflegung und Gebet eines Bischofs (Nachfolger der Apostel), seit der Zeit der Apostel, ein Mann für seinen Dienst bestellt, damit der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit ihn für seine Aufgaben befähigt. Egal, was für ein Leben dieser Mensch auch führt, seine Handlungen im sakramentalen Sinn werden immer gültig sein.
 
o   Dann sind die Sakramente also die Garanten der Gemeinde? So kann man es sagen. Solange die Sakramente gespendet werden, ist immer Kirche vorhanden. An dem Tag, an dem die Sakramente nicht mehr gespendet werden, ist die Gemeinde tot. Das bedeutet nicht, dass es dann keine Gläubigen mehr gibt. Doch diese werden einzelne Gläubige sein, denn die Verbindung mit Christus als seine Gemeinde ist dann nicht mehr gegeben in den Zeichen des 'Fahneneides' für Ihn.
 
o   Aber Gemeinde ist doch immer gegeben, wo einige im Namen Jesu beisammen sind, oder? Natürlich ist Jesus da zugegen. Deshalb sind sie aber noch nicht Gemeinde im Sinne seiner Verheissung. Es kann keine Gemeinde im Sinne seiner Verheissung geben, wenn gleichsam seine von ihm eingesetzten 'Feldzeichen' fehlen. Dass dies seinem Willen entspricht entnehmen wir klar der Verheissung seiner Gemeinde: 'Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche (Gemeinde) bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.' (Matthäus 16, 18). Das ist ja der Stein des Anstosses für alle protestantischen und orthodoxen Kirchen. Nun, für die orthodoxen weniger, da sie die Sakramente und Weihen beibehielten und auf die Apostel zurückgehen. Darum ist für sie theoretisch eine Wiedervereinigung einfacher. Die protestantischen Kirchen stören sich an der katholischen Kirche, weil sie sich als die 'allein seligmachende' ausgibt. Im Prinzip ist sie das, doch fördern solche Worte nur Spaltung und persönliche Verletzungen. Es ist aber so, dass es nur eine Kirche der Verheissung von Jesu gibt und das ist die petrinische. Das bedeutet aber nicht, dass die anderen Christen alle des Teufels sind, ganz und gar nicht. Sagt doch Jesus auch: 'Da sagte Johannes zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.' (Markus 9, 38-40; Lukas 9, 49-50) Mit diesem Satz gab er auch allen Christen, die nicht zur petrinischen Kirche gehören eine Daseinsberechtigung, doch eben nicht die Integration in die Gemeinde oder Kirche seiner Verheissung. Das bedeutet nicht, dass diese verloren sind.
 
 
8           Sie üben auch im Geiste der Religionsfreiheit Einsatz und Zeugnis für Jesus Christus, der für uns gestorben ist und uns dadurch losgekauft hat. Religionsfreiheit ist Freiheit für die Religion. Entscheidend ist hier ein gut gebildetes Gewissen.
 
o   Der Umgang mit allem, kann nicht in richtiger Art und Weise gepflegt werden, wenn das Gewissen des Menschen ausser Acht gelassen wird. Ob man vom Begriff nur als 'Mitwissen' ausgeht, ihn also als inneres Wissen bzw. Bewusstsein seines Handelns versteht, als Selbstbewusstsein, mit Wissendwerden von sich selbst oder ob man die verschiedenen Einstellungen und Erwartungen an die Wirklichkeit des sittlichen Lebens in den Begriff einschliesst ist zuförderst unwichtig. Wichtig ist, dass der Mensch grundsätzlich weiss, was er tut und dazu 'stehen kann', sich somit seines Handelns gewiss ist. Das Gewissen veranlasst den Menschen zum unmittelbaren Bewusstwerden seiner selbst: Es macht ihn seines Handelns als das seines eigenen Selbst bewusst, und zwar als seines Selbst, das in Konflikt ist mit sich selbst. Erst wenn der Mensch sich seines Tuns bezüglich der Welt und Gott sicher – eben gewiss – ist, besteht eine fundierte Möglichkeit einer Bewertung seines Handelns hinsichtlich der Richtigkeit und/oder der Gutheit desselben. Somit kann das Gewissen als die verborgenste Mitte und das Heiligtum im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist, verstanden werden. Das alleinige Bewusstsein seines Handelns, vor allem aufgrund der warnenden 'Stimme' des Gewissens, wird für den Menschen letztlich fruchtlos bleiben, wenn er aus seinem Handeln nicht Schlüsse zieht, die dieses gegebenenfalls 'verbessern'. Das alleinige Wissen über den 'Inhalt' eines Handelns bleibt fruchtlos, wenn dem 'Mitwissen' nicht eine innere Wertigkeit zu eigen ist, die den Antrieb für eine Korrektur des Handelns darstellt oder diesen zumindest bilden kann.
 
 
9           Sie vermischen keine Liturgien. In den Häusern der Ritter und Damen werden ausschliesslich katholische Liturgien gefeiert, wenn ein Priester im Haus ist, stets die tägliche Heilige Eucharistie.
 
10       Ist ein Ritter oder eine Dame zu Gast bei anderen Glaubensgemeinschaften, so ist diese Person eben Gast und nicht aktiv handelnd in einer anderen Liturgie.
 
11       Jesus bekannte sich dazu, dass er der "Menschensohn" war. Ritter sind Menschen und bekennen sich ebenfalls dazu, mit allen Stärken und Schwächen, jedoch in stetem Kampf um die Gnade Gottes.
 
12       Es soll niemand glauben, kurze Kapitel in dieser Regel seinen anders zu gewichten, als längere. Sie sind alle gleichsam wichtig.
 
13       Diese Regel ist nicht nur eine Regel für Ritter. Sie ist darüber hinaus eine Lebensregel für Spiritualität, Nächstenliebe, und Respekt. Eine beherzte Ritterlichkeit und Symbiose von Glaube, Wissen und Weisheit in der Liebe zu Gott.
 
CARITAS – PAX – LIBERTAS
 
LIEBE – FRIEDE – FREIHEIT
 
 
Durch die Liebe kommt der Friede und in ihm die Freiheit, alles in Christus.
 
 
Prolog
 
Adaptierte Ordensregel des Heiligen Augustinus von Hippo.
 
Vor allem, liebe Brüder und Schwestern, soll Gott geliebt werden, sodann der Nächste; denn das sind die Hauptgebote, die uns gegeben sind.
 
 

Kapitel 1) Wesen und Ziel des gemeinsamen Lebens
 
1: Folgendes schreiben wir euch im Kloster vor:
 
2: Das Erste, warum ihr in Gemeinschaft zusammenlebt, ist, einmütig im Haus zu wohnen, und ein Herz und eine Seele zu sein auf Gott hin.
 
 
Gütergemeinschaft
 
3: Nennt nichts euer Eigentum, sondern alles gehöre euch gemeinsam. Jedem werde von eurem Vorsteher Nahrung und Kleidung zugeteilt, nicht jedem in gleicher Weise, weil ihr nicht alle zum gleichen fähig seid, sondern einem jeden, wie er es nötig hat. Denn so lest ihr in der Apostelgeschichte: "Sie hatten alles gemeinsam, und jedem wurde zugeteilt, was er nötig hatte."
 
4: Die in der Welt Besitz hatten, sollen ihn bei ihrem Eintritt ins Kloster gern der Gemeinschaft überantworten.
 
5: Die aber in der Welt nichts hatten, sollen im Kloster nicht das suchen, was sie draussen nicht haben konnten. Es soll ihnen vielmehr zugeteilt werden, was sie in ihrer Schwachheit brauchen, auch wenn sie in der Welt so arm waren, dass sie nicht einmal das Lebensnotwendige finden konnten. Sie sollen sich aber nicht schon deshalb glücklich schätzen, weil sie Nahrung und Kleidung bekommen, die sie draussen nicht finden konnten.
 
 
Demut als Voraussetzung brüderlichen Zusammenlebens
 
6: Sie sollen auch nicht überheblich werden, weil sie mit Leuten zusammenleben, denen sie sich draussen nicht zu nahen wagten. Sie sollen vielmehr ihr Herz erheben und nicht wertlose, irdische Dinge suchen. Sonst würden die Klöster den Reichen nützen, nicht den Armen, wenn darin die Reichen demütig, die Armen aber aufgeblasen würden.
 
7: Andererseits sollen sich die in der Welt Angesehenen nicht der Mitbrüder schämen, die aus ärmlichen Verhältnissen zu dieser heiligen Gemeinschaft gekommen sind. Sie sollen mehr darauf bedacht sein, sich der Gemeinschaft mit armen Mitbrüdern als ihrer reichen Verwandten zu rühmen. Sie sollen sich nicht überheben, wenn sie von ihrem Vermögen der Gemeinschaft etwas beigesteuert haben, und sich nicht mehr darauf einbilden, dass sie ihren Reichtum dem Kloster überantworten, als wenn sie ihn in der Welt geniessen könnten. Denn jede andere Sünde wird in schlechten Werken geübt; der Stolz dagegen droht selbst die guten zu vernichten. Was nützt es denn, sein Vermögen an die Armen zu verteilen und selbst arm zu werden, wenn die elende Seele in der Verachtung des Reichtums hochmütiger wird als vorher in seinem Besitz?
 
8: Lebt also alle eines Herzens und Sinnes miteinander und ehrt in euch gegenseitig Gott, dessen Tempel ihr seid.
 
 

Kapitel 2) Gebet
 
1: Dem Gebet obliegt mit Eifer zu den festgesetzten Stunden und Zeiten!
 
2: Im Oratorium soll jeder nur das tun, wozu es bestimmt ist, woher es auch den Namen hat. Sonst würden jene, die vielleicht ausserhalb der festgesetzten Stunden in ihrer freien Zeit beten wollen, von denen gestört, die glauben, dort etwas anderes tun zu müssen.
 
3: Wenn ihr in Psalmen und Hymnen zu Gott betet, soll das euer Herz bewegen, was euer Mund ausspricht.
 
4: Singt nur das, was zum Singen bestimmt ist! Was aber nicht zum Singen geschrieben ist, soll auch nicht gesungen werden.
 
 

Ritterliches Fürbittgebet:
 
Herr Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt.
 
·       Gib, dass wir arm sind vor Gott, damit uns das Himmelreich gehört. Wir bitten dich, erhöre uns!
 
·       Gib, dass wir trauern, damit wir getröstet werden. Wir bitten dich, erhöre uns!
 
·       Gib, dass wir keine Gewalt anwenden; damit wir das Land erben. Wir bitten dich, erhöre uns!
 
·       Gib, dass wir hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; damit wir satt werden. Wir bitten dich, erhöre uns!
 
·       Gib, dass wir barmherzig sind; damit wir Erbarmen finden. Wir bitten dich, erhöre uns!
 
·       Gib, dass wir ein reines Herz haben; damit wir Gott schauen werden. Wir bitten dich, erhöre uns!
 
·       Gib, dass wir Frieden stiften; damit wir Söhne Gottes genannt werden. Wir bitten dich, erhöre uns!
 
·       Gib, dass wir um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; damit uns das Himmelreich gehört. Wir bitten dich, erhöre uns!  
 
Denn du, o Herr, bist gekommen, zu retten und selig zu machen, was verloren war. Dich preisen wir mit dem Vater und dem Heiligen Geist in deiner Kirche. Dir sei Lob und Ehre in Ewigkeit. Amen.
 
 

Gebet der Ritter von Schlatt:
 
·       Herr, ich erinnere dich an all die Liebe, die du allen Menschen jemals gezeigt hast und die alle Menschen jemals zu dir hatten. Ich bitte dich, mir alle tödlichen Sünden zu vergeben, die ich von der Kindheit bis zu dieser Stunde je begangen.
 
·       Herr, ich erinnere dich an all die Treue, die du allen Menschen je erwiesen hast, und bitte dich um Vergebung aller meiner täglichen lässlichen Sünden.
 
·       Herr, ich erinnere dich an all deine Güte und an deine grundlose Barmherzigkeit. Ich bitte dich um Vergebung all meiner verlorenen Zeit.
 
·       Herr, ich erinnere dich an all das Leiden, welches du je gelitten hast, von Anfang an, als dein Leiden begann. Ich erinnere Dich besonders an deine Sterbestunde und bitte dich um Vergebung all meiner versäumten Bussen. – Amen.
 
 
Bruder-Klausen-Gebet
 
·       Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir.
 
·       Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu Dir.
 
·       Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.
 
 

Kapitel 3) Essen und Fasten
 
1: Haltet euren Leib in Zucht durch Fasten und Enthaltung von Speise und Trank, soweit es die Gesundheit erlaubt! Wenn aber einer nicht fasten kann, soll er wenigstens ausserhalb der Mahlzeiten keine Nahrung zu sich nehmen, es sei denn, er wäre krank.
 
2: Wenn ihr zu Tisch geht, hört, bis ihr davon aufsteht, ohne Lärm und Streit an, was euch üblicherweise vorgelesen wird! Nicht allein euer Mund soll Speise zu sich nehmen, sondern auch eure Ohren sollen hungern nach dem Wort Gottes?
 
3: Wenn solche, die wegen ihrer früheren Lebensweise schwächer sind, in der Ernährung anders gehalten werden, sollen das die anderen, die infolge einer anderen Lebensweise stärker sind, nicht übelnehmen oder ungerecht finden. Sie sollen jene nicht für glücklicher halten, weil sie mehr bekommen, sondern vielmehr froh sein, weil sie vermögen, wozu jene nicht die Kraft haben.
 
4: Wenn solchen, die aus verwöhnteren Lebensverhältnissen ins Kloster kommen, etwas mehr an Nahrung, Kleidung, Betten und Decken gegeben wird als den anderen, Stärkeren und deshalb Glücklicheren, sollen diese bedenken, welchen Abstieg für jene der Übergang vom Weltleben zur jetzigen Lebensweise bedeutet, wenn sie es auch nicht bis zur Anspruchslosigkeit der körperlich Stärkeren bringen können. Es sollen auch nicht alle das bekommen wollen, was ein paar als Zugeständnis, nicht aus Bevorzugung, zusätzlich bekommen. Sonst käme es zu dem verwerflichen Widersinn, dass im Kloster die Reichen sich nach Kräften abmühen, die Armen aber verwöhnt werden.
 
5: Kranke müssen freilich weniger bekommen, um ihnen keine Beschwerden zu verursachen. Nach der Krankheit aber müssen sie so behandelt werden, dass sie sich möglichst schnell erholen, auch wenn sie in der Welt in äusserster Armut gelebt haben. So gestattet ihnen jetzt gewissermassen die Krankheit das, was den Reichen vorher ihre Lebensart verschaffte. Wenn sie aber wieder zu Kräften gekommen sind, sollen sie zu ihrer glücklicheren Lebensart zurückkehren. Denn den Dienern Gottes steht es gut an, möglichst wenig zu brauchen. Wenn sie wieder gesund sind, soll sie das Verlangen nicht auf der Stufe festhalten, auf der sie in ihrer Krankheit notwendigerweise waren. Als die Reicheren sollen sich jene fühlen, die leichter mit wenigem auskommen können; denn es ist besser, wenig zu brauchen, als viel zu haben.
 
 

Kapitel 4) Verhalten ausserhalb des Klosters
 
1: Euer Gehaben soll nicht auffällig sein! Legt keinen Wert darauf, durch eure Kleidung zu gefallen, vielmehr durch euer Leben!
 
2: Wenn ihr ausgeht, geht miteinander! Wenn ihr an das Ziel eures Weges kommt, bleibt beisammen!
 
3: Im Gehen und Stehen, in all euren Bewegungen, soll nichts vorkommen, was bei jemandem Anstoss erregen könnte; sondern alles soll eurem heiligen Stand entsprechen.
 
4: Wenn euer Blick auf eine Frau fällt, soll er nicht auf ihr haften bleiben. Es ist euch nicht verboten, beim Ausgehen Frauen anzuschauen; aber sie begehren oder von ihnen begehrt werden wollen, ist schuldhaft. Nicht allein durch Berühren oder Verlangen, sondern auch im Anschauen zeigt sich die Begierde nach Frauen. Sagt nicht, euer Herz sei rein, wenn euer Blick unrein ist; denn ein schamloser Blick verrät das unreine Herz. Wenn sie nun im Wechsel der Blicke, selbst ohne Beteiligung der Zunge, ihr unreines Herz verraten und infolge fleischlicher Begierde in Leidenschaft zueinander entbrennen, ist es um die Keuschheit schon geschehen, auch wenn die körperliche Unversehrtheit nicht verletzt wird.
 
5: Wer seinen Blick auf eine Frau heftet und es gern hat, wenn auch sie den ihren auf ihn heftet, der glaube nicht, er bleibe dabei unbeobachtet. Er wird überall gesehen, und gerade von Leuten, an die er gar nicht denkt. Mag es aber auch völlig geheim geschehen und von niemandem gesehen werden, was will er denn gegenüber jenem Beobachter von oben tun, dem nichts verborgen bleiben kann? Soll man glauben, er sehe es nicht, weil seine Geduld ebenso gross ist wie seine Weisheit? Ihm zu missfallen fürchte sich also der Gottgeweihte; dann wird er auch nicht eine Frau in schlechter Weise zu gefallen suchen. Er bedenke, dass Gott alles sieht; dann wird er auch nicht eine Frau in schlechter Absicht sehen wollen. Die Gottesfurcht wird in dieser Sache auch durch das Schriftwort empfohlen: "Ein Mann mit lüsternem Blick ist dem Herrn ein Gräuel."
 
6: Wenn ihr also miteinander in der Kirche oder an einem anderen Ort mit Frauen zusammen seid, habt gegenseitig auf eure Reinheit acht! Gott, der in euch wohnt, wird euch auch darin durch euch selbst bewahren.
 
 
Brüderliche Zurechtweisung
 
7: Bemerkt ihr nun die Begierlichkeit des Blickes, von der ich spreche, an einem von euch, dann ermahnt ihn sogleich, sein Vorhaben nicht weiter zu verfolgen, sondern sich von seinem Nächsten bessern zu lassen!
 
·       Es wird in der Regel von Begierlichkeit etc. des Blickes gegenüber Frauen berichtet. Dies bezieht sich natürlich auch auf Blicke gegenüber Männern.
 
·       Homosexualität ist in keinster Weise als ritterliche Tugend zu betrachten, ganz im Gegenteil. Sie zeigt jedoch, dass jemand an der Seele erkrankt ist. Diese und andere Krankheiten der Seele – wie auch Glaubenskrisen – kommen nicht nur in der Jugend vor, sondern auch im Alter und bedürfen immer der heilenden liebevollen Aufmerksamkeit des Vorstehers und des Presbyters.
 
8: Wenn ihr ihn aber nach der Ermahnung oder an einem anderen Tag beim gleichen Tun seht, dann soll ihn, wer ihn dabei antrifft, anzeigen; denn er ist verwundet und muss geheilt werden. Zuerst aber soll man noch einen Zweiten und Dritten darauf aufmerksam machen, damit er durch zwei oder drei Zeugen überführt und mit der entsprechenden Strenge bestraft werden kann. Glaubt nicht, böswillig zu sein, wenn ihr so etwas anzeigt! Ihr werdet vielmehr schuldig, wenn ihr eure Mitbrüder, die ihr durch eine Anzeige bessern könnt, durch euer Schweigen ins Verderben stürzen lasst. Wenn dein Bruder eine Wunde am Körper hat, die er verbergen will, weil er die ärztliche Behandlung fürchtet, ist es da nicht grausam von dir, zu schweigen, und barmherzig, es anzuzeigen? Um wie viel mehr also musst du es bei einem solchen Menschen tun, damit sich nicht eine viel schlimmere Fäulnis in seinem Herzen bildet?
 
·       Bedenkt aber, dass alles, was Du in Deinem Nächsten siehst, auch in Dir ist, sonst würdest Du es nämlich gar nicht sehen.
 
9: Bevor man es aber anderen mitteilt, die ihn überführen sollen, falls er es abstreitet, muss man es zuerst dem Vorsteher anzeigen, falls sich der Betreffende nach der Ermahnung nicht bessern will. So ist es vielleicht möglich, ihn geheim zurechtzuweisen und es den anderen nicht bekannt zu machen. Leugnet er aber, dann muss man die anderen hinzuziehen, damit er vor allen nicht nur von einem einzigen Zeugen beschuldigt, sondern von zweien oder dreien überführt werden kann. Ist er aber überführt, dann muss er nach dem Urteil des Vorstehers oder des Presbyters, in dessen Zuständigkeitsbereich ihr gehört, eine Strafe zur Besserung auf sich nehmen. Lehnt er auch das ab, so ist er, auch wenn er nicht selbst geht, aus der Gemeinschaft auszuschliessen. Auch das ist nicht Grausamkeit, sondern Erbarmen; denn er könnte sonst viele anstecken und ins Verderben stürzen.
 
·       Der Vorsteher achte auf notorische Ankläger der Brüder, die Kinder Satans, damit er nicht auf Satan hört. Wenn jemand sich häufig über denselben Mitbruder oder dieselbe Mitschwester beschwert, diese Person jedoch nie über die andere klagt, dann ist in der ersten vermutlich der Same Satans als Ankläger der Brüder am Wachsen. Da muss zuerst die anklagende Person geheilt werden.
 
10: Was ich hier im Falle des lüsternen Blickes gesagt habe, soll auch in den übrigen Fällen für Beobachtung, Abwehr, Anzeige, Überführung und Bestrafung von Vergehen sorgfältig befolgt werden, mit Liebe zu den Menschen, aber mit Hass gegen die Sünde.
 
11: Ist einer aber im Bösen bereits so weit gegangen, von einer Frau heimlich Briefe oder kleine Geschenke anzunehmen, dann soll man ihn, wenn er es frei eingesteht, schonend behandeln und für ihn beten. Wird er aber dabei ertappt und überführt, dann werde er nach dem Urteil des Presbyters oder Vorstehers zu seiner Besserung streng bestraft.
 
 

Kapitel 5) Gemeinschaft in Besitz und Arbeit
 
1: Eure Kleider sollt ihr gemeinsam besitzen, und zwar unter der Aufsicht von einem oder zwei Verwaltern oder von so vielen, wie nötig sind, um sie auszuklopfen, damit sie nicht von den Motten zerfressen werden. Wie ihr eure Nahrung aus einer gemeinsamen Vorratskammer bekommt, so sollt ihr auch eure Kleidung aus der gemeinsamen Kleiderkammer beziehen. Nach Möglichkeit soll es nicht eure Sache sein, was man euch der Jahreszeit entsprechend zum Anziehen gibt; ob jeder von euch wieder das bekommt, was er abgelegt hat, oder etwas, das ein anderer getragen hat. Doch soll keinem verweigert werden, was er braucht. Kommt es aber deswegen unter euch zu Streit und Unmut, wenn sich einer beklagt, er habe etwas Schlechteres als vorher erhalten, und es sei seiner unwürdig, das anzuziehen, was ein anderer Mitbruder getragen hat, dann habt ihr den Beweis, wieviel euch von jenem inneren heiligen Kleid des Herzens fehlt, wenn ihr um die Kleidung des Körpers streitet. Wenn man eurer Schwachheit schon dadurch entgegenkommt, dass ihr wieder bekommt, was ihr abgelegt habt, dann verwahrt wenigstens die abgelegte Kleidung an einem einzigen Ort unter gemeinsamer Aufsicht.
 
2: Keiner soll etwas für sich selbst erarbeiten, sondern all euer Arbeiten geschehe gemeinsam und dadurch mit grösserem Eifer und mehr Lust, als wenn jeder für sich selbst arbeitet - Liebe nämlich, von der geschrieben steht: "Sie sucht nicht den eigenen Vorteil" besagt: das Gemeinsame über das Eigene, nicht das Eigene über das Gemeinsame stellen. Ihr seid also umso weiter vorangekommen, je mehr ihr um die gemeinsame Sache bemüht seid, statt um eure privaten Interessen. So wird in allem, was wir zu diesem vergänglichen Leben nötig haben, das herausragen, was ewig bleibt: die Liebe.
 
3: Wenn jemand seinen Söhnen oder Angehörigen im Kloster etwas zukommen lässt, sei es Kleidung oder sonst etwas Notwendiges, soll das deshalb nicht geheim angenommen werden. Es ist vielmehr Gut der Gemeinschaft, und es steht in der Macht des Vorstehers, es dem zu geben, der es braucht.
 
4: Eure Kleidung soll nach dem Entscheid des Vorstehers gewaschen werden, entweder von euch selbst oder von Wäschern, damit nicht ein übertriebenes Verlangen nach einem sauberen Gewand eure Seele im Innern beschmutze.
 
 
Sorge für die Kranken
 
5: Ein Bad für den Leib ist keineswegs abzulehnen, wenn die schwache Gesundheit es erfordert. Es geschehe aber ohne Murren nach den Weisungen der Heilkunde auf Befehl des Vorstehers alles, was für die Gesundheit erforderlich ist, selbst gegen den Willen des Betroffenen. Verlangt dieser etwas, obwohl es ihm nicht zuträglich ist, dann soll man seinem Begehren nicht entsprechen. Manchmal glaubt man nämlich, das Angenehme sei auch nützlich, während es tatsächlich schadet.
 
·       Körperhygiene und gesunde Ernährung ist eine Sache, wenn es jedoch um Impfungen oder chirurgische Eingriffe geht, dann liegt die Entscheidung, so es die Finanzen gut erlauben, bei der betroffenen Person, denn ihr Leib ist Tempel des Heiligen Geistes und Du sollst dich nicht schuldig machen, diesen Tempel bei jemandem, ausser dir selbst, verdorben zu haben.
 
6: Bei inneren Krankheiten soll man einem Diener Gottes ohne Zweifel Glauben schenken, wenn er seine Schmerzen beschreibt. Wenn aber nicht klar ist, ob zur Heilung des Leidens etwas Angenehmes auch nützt, ist ein Arzt zu konsultieren.
 
7: Ins Bad oder anderswohin soll man mindestens zu zweit oder zu dritt gehen. Wer weggehen muss, soll nicht mit denen gehen, mit denen er selbst will, sondern mit wem der Vorsteher ihn sendet.
 
8: Die Sorge für die Kranken, Genesenden, Schwächlichen und Leidenden, auch wenn sie kein Fieber haben, soll einem Mitbruder übertragen werden. Dieser soll aus der Vorratskammer erbitten, was nach seinem Ermessen ein jeder braucht.
 
 
Verwaltung des gemeinsamen Gutes
 
9: Wer für die Vorratskammer, die Kleidung oder die Bücher verantwortlich ist, soll ohne Murren den Brüdern dienen.
 
10: Bücher soll man täglich zu festgesetzter Stunde verlangen; wer ausserhalb dieser Zeit danach verlangt, soll nichts bekommen.
 
11: Die Ausgabe von Kleidung und Schuhen soll aber von denen, die mit ihrer Verwahrung betraut sind, nicht aufgeschoben werden, wenn jemand sie notwendig braucht.
 
 

Kapitel 6) Bitte um Verzeihung und Vergebung bei Beleidigung
 
1: Streit sollt ihr entweder gar nicht haben, oder ihn wenigstens möglichst schnell beilegen. Sonst wächst der Zorn zum Hass und macht aus dem Splitter einen Balken und die Seele zur Mörderin; denn so lest ihr: "Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder."
 
2: Wer durch ein Schimpfwort, eine üble Nachrede oder durch den Vorwurf eines Vergehens einen anderen verletzt hat, suche möglichst schnell wiedergutzumachen und zu heilen, was er angerichtet hat. Wer verletzt wurde, verzeihe ohne lange Verhandlungen. Haben sie sich aber gegenseitig beleidigt, so müssen sie einander ihre Schuld vergeben im Hinblick auf euer Beten, das gerade, weil ihr häufig betet, umso vollkommener sein soll. Besser aber ist einer, der oft zum Zorn versucht ist, aber schnell bereit ist, jemanden um Verzeihung zu bitten, wenn er erkennt, dass er ihm Unrecht getan hat, als einer, der schwerer in Zorn gerät, aber auch schwerer dazu zu bewegen ist, um Verzeihung zu bitten. Wer aber nie um Verzeihung bitten will oder nicht ehrlichen Herzens darum bittet, der ist ohne Berechtigung im Kloster, selbst wenn man ihn nicht ausstösst. Hütet euch also vor zu harten Worten! Sind sie aber einmal aus eurem Mund gekommen, dann bringt auch bald Worte der Heilung aus demselben Mund, der die Wunden geschlagen hat!
 
3: Wenn aber die Sorge um die Disziplin euch zwingt, harte Worte zu sprechen, um die Jüngeren in Schranken zu halten, dann braucht ihr sie nicht um Verzeihung bitten, selbst wenn ihr fühlt, dabei das rechte Mass überschritten zu haben. Sonst würde bei den Untergebenen durch eine allzu grosse Demut die Führungsautorität zerstört. Doch müsst ihr den Herrn aller um Vergebung bitten, der weiss, mit welchem Wohlwollen ihr die liebt, die ihr vielleicht über Gebühr zurechtweist. Die Liebe unter euch soll aber nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt sein.
 
 

Kapitel 7) Gehorsam gegen die Oberen und Dienst des Vorstehers
 
1: Dem Vorsteher soll man wie einem Vater in Ehrerbietung gehorchen, um nicht in ihm Gott zu beleidigen; vielmehr noch dem Presbyter, der für euch alle Sorge trägt.
 
2: Sache des Vorstehers ist es, besonders darauf zu achten, dass all diese Vorschriften befolgt werden. Sollte etwas nicht befolgt werden, so sorge er, dass man das nicht leichtfertig übergehe, sondern gründlich bessere. Was aber über seinen Bereich und seine Kräfte hinausgeht, soll er dem Presbyter vorlegen, der bei euch die höhere Autorität besitzt.
 
3: Euer Vorsteher soll sich nicht deshalb glücklich schätzen, weil er kraft seines Amtes gebieten, sondern weil er in Liebe dienen kann. In der Stellung in eurer Gemeinschaft stehe er über euch, in der Ehrfurcht vor Gott liege er euch zu Füssen. In allem soll er selbst ein Beispiel guter Werke geben, die Unruhigen zurechtweisen, die Verzagten trösten, sich der Schwachen annehmen, mit allen Geduld haben. Gerne sei er auf Ordnung und Ehrfurcht bedacht. Obwohl beides notwendig ist, strebe er mehr danach, von euch geliebt als gefürchtet zu werden. Er sei sich immer bewusst, dass er vor Gott einst über euch Rechenschaft ablegen muss.
 
4: Habt deshalb nicht nur füreinander Verständnis, sondern habt es auch für ihn durch mehr Gehorsamsbereitschaft; denn je höher bei euch jemand steht, umso grösser ist die Gefahr, in der er schwebt.
 
 

Kapitel 8) Beobachtung der Regel
 
1: Gebe es der Herr, dass ihr dies alles in Liebe beobachtet, als Liebhaber geistlicher Schönheit, als Wohlgeruch Christi, voll Eifer in rechtschaffenem Leben, nicht wie Sklaven unter dem Gesetz, sondern als Freie unter der Gnade.
 
2: Damit ihr euch aber in diesem Büchlein wie in einem Spiegel betrachten könnt und nichts aus Vergesslichkeit vernachlässigt, soll es euch einmal wöchentlich vorgelesen werden. Wenn ihr dann findet, dass ihr das tut, was hier geschrieben steht, dann dankt Gott, dem Geber alles Guten! Wenn aber jemand von euch noch Fehler an sich bemerkt, dann bereue er das Vergangene, nehme sich für die Zukunft in acht und bete, dass ihm die Schuld vergeben und er nicht in Versuchung geführt werde.
 
 

Epilog
 
1.           Der Herr gebe, dass ihr, ergriffen vom Verlangen nach geistlicher Schönheit, dies alles mit Liebe befolgt.
 
2.           Lebt so, dass ihr durch euer Leben die lebensweckende Freude Christi verbreitet.
 
3.           Lebt nicht als Sklaven, niedergebeugt unter dem Gesetz, sondern als freie Menschen unter der Gnade.
 
4.           Es versteht sich daher von selbst, dass die Gemeinschaft nicht für Verbrechen einzelner Mitglieder haftet. Jedes Mitglied bleibt für ihr Handeln selber verantwortlich.
 
5.           Einmal pro Monat soll diese Regel vorgelesen werden.
 
6.           Sie ist wie ein Spiegel: Ihr könnt darin sehen, ob ihr etwas vernachlässigt oder vergesst.
 
7.           Wenn ihr mit anderen sprecht und erkennt, dass sie den Weg der nicht Anfänger nicht verstehen (wollen), schweigt. Denn es steht geschrieben: "Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füssen zertreten und sich umwenden und euch zerreissen." (Matthäus 7, 6)
 
8.           Wenn ihr findet, dass ihr dem entsprecht, was darin steht, dann dankt dem Herrn, dem Spender alles Guten.
 
9.           Bemerkt einer aber, dass er hinter dem zurückgeblieben ist, was hier verlangt wird, dann soll er bereuen, was geschehen ist, und in Zukunft auf der Hut sein.
 
10.      Er bete: Herr, vergib mir meine Schuld und führe mich aus diesen Versuchungen.
 
      Amen.
 
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Guido, Knecht Jesu
Caritas - Pax - Libertas
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